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Der gesetzliche Gewerbesteuer-Mindesthebesatz steigt auf 280 Prozent. Manfred Mayer-Heinzelmann vom Center Management Grünwald ordnet ein, was das für Grünwald und strukturschwache Gemeinden bedeutet.
Ab dem Erhebungszeitraum 2027 wird der gesetzliche bundesweite Mindesthebesatz für die Gewerbesteuer von bisher 200 auf 280 Prozent angehoben. Eine einheitliche Gewerbesteuererhöhung für alle Unternehmen in Deutschland ist damit nicht verbunden. Die Neuregelung verpflichtet lediglich Gemeinden, deren Hebesatz bislang unter 280 Prozent liegt, diesen künftig entsprechend anzuheben. Hintergrund ist vor allem das Ziel, sogenannte Gewerbesteueroasen und rein steuerlich motivierte Sitzverlagerungen einzudämmen.Auch Grünwald zählt zu den betroffenen Gemeinden. Der bisherige Hebesatz von 240 Prozent liegt unter der neuen Untergrenze und muss deshalb auf mindestens 280 Prozent angehoben werden. Für die ansässigen Unternehmen bedeutet das konkret: Bei einem Gewerbeertrag von 100.000 Euro steigt die Gewerbesteuer von bisher 8.400 auf künftig 9.800 Euro – eine Mehrbelastung von 1.400 Euro beziehungsweise rund 16,7 Prozent. Nach Modellrechnungen des Grünwalder Kämmerers könnten die kommunalen Gewerbesteuereinnahmen dadurch von rund 209 auf etwa 243 Millionen Euro jährlich steigen.
Dass der neue Hebesatz die Attraktivität Grünwalds als Unternehmensstandort nachhaltig mindern könnte, hält Manfred Mayer-Heinzelmann vom Center Management Grünwald für unwahrscheinlich: „Wir erwarten keinen spürbaren Rückgang der Nachfrage nach Firmensitzen. Standortentscheidungen unserer Kunden fallen selten allein wegen des Hebesatzes. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Lage, Prestige der Adresse und unternehmerischem Umfeld. Und das bleibt in Grünwald unverändert attraktiv.“
Kritischer bewertet er jedoch die politische Stoßrichtung der Neuregelung. Gerade strukturschwachen Gemeinden werde ein wichtiges Instrument des Standortwettbewerbs genommen. Regionen, die bei Infrastruktur, Verkehrsanbindung oder Fachkräfteangebot nicht mit wirtschaftsstarken Ballungsräumen konkurrieren könnten, hätten bislang zumindest über einen niedrigen Gewerbesteuerhebesatz Anreize für Neuansiedlungen schaffen können. „Grünwald kann 280 Prozent verkraften. Aber nicht jede Gemeinde kann es sich leisten, auf ihren wichtigsten Standortvorteil zu verzichten“, so Mayer-Heinzelmann.
Auch die Gleichsetzung von virtuellen Büros mit sogenannten „Briefkastenfirmen“ greift nach seiner Einschätzung zu kurz. Missbräuchliche Scheinsitzverlegungen gelte es zweifellos zu verhindern. Zugleich seien digitale Geschäftsmodelle, Remote-Arbeit und dezentrale Unternehmensstrukturen längst wirtschaftliche Realität. Ein Unternehmen brauche heute weder ein klassisches Büro oder Ladengeschäft noch viele lokale Beschäftigte, um wirtschaftlich tätig zu sein. Die Vorstellung, jedes Unternehmen müsse einen traditionellen regionalen Bezug zu seiner Gemeinde haben, stamme aus der Zeit stationärer Geschäftsmodelle und passe nicht mehr zur digitalisierten Arbeitswelt.
Aus Sicht von Manfred Mayer-Heinzelmann braucht es deshalb eine differenziertere Debatte: Grünwald könne die Anhebung auf 280 Prozent als starker Wirtschaftsstandort gut auffangen. Eine nachhaltige Reform der Kommunalfinanzen müsse jedoch sowohl missbräuchliche Gestaltungen bekämpfen als auch legitimen Steuer- und Standortwettbewerb ermöglichen.
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Center Management Grünwald
Frau Alexandra Heinzelmann
Südliche Münchner Straße 60c
82031 Grünwald
Deutschlandfon ..: +49 89 904 220 370
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email : service@cm-gruenwald.deDas Center Management Grünwald (CMG) bietet Unternehmen, Selbstständigen und Gründer:innen professionelle Büro- und Servicelösungen in repräsentativer Lage südlich von München. Zum Angebot gehören unter anderem Geschäftsadressen und Firmensitze, feste und virtuelle Büros, flexible Arbeitsplätze sowie Besprechungsräume. Darüber hinaus bietet das Center Management Grünwald seinen Kund:innen Backoffice- und Sekretariatsdienstleistungen sowie eine umfassende Beratung bei der Unternehmensgründung.
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