• Sabine Reppert ist Mathematikerin, Autorin und Business Coach und kam 2014 aus Deutschland nach Hongkong. Ihr Ziel: Unternehmen für die disruptive digitale Revolution fit zu machen.

    BildIhre erste Coaching und Consulting Firma gründete Reppert 2011 in Deutschland. Drei Jahre später zog sie nach Hongkong, da sich aus ihrer Sicht die Metropole als dynamisches Geschäfts- und Finanzzentrum schnell den Herausforderungen der digitalen Zukunft stellen muss. Hier sah sie die Chance, ihre Expertise effektiv einzusetzen. „Eine der Hongkonger Stärken ist es, Dinge anzugehen und präzise auszuführen. Wir müssen aber weiterhin Wege finden, diese Stärken in Impulse für Innovationen einzubringen. Hongkong ist sehr gut darin, profitable Unternehmen aufzubauen. Eine Smart City zu werden, ist aber komplizierter, denn dazu braucht man die Zusammenarbeit mit vielfachen Akteuren, Systeme und das Wissen, wo man zwecks Veränderung ansetzt. Hongkong erinnert mich mit seiner geografischen Konzentration und der Vielfalt von Talenten an das Silicon Valley und die Metropole erweist sich als viel reichhaltiger und spannender als ich ursprünglich dachte. Ich würde sagen, dass ich mich selbst einer Disruption unterzog als ich hierher kam.“

    Tatsächlich sei die Technologie aber nicht das große Thema. Es gehe vielmehr darum, sich für gemeinsame Kreation, Zusammenarbeit und Wettbewerb zu öffnen. Dies gelinge bereits in Bereichen wie Fintech, aber bei der Entwicklung zur Smart City könne man schneller werden.

    Technologien für neue Geschäftsmodelle
    Auf die Frage, wie sich ihr Unternehmen Intent-X Limited von anderen abgrenze, antwortet Sabine Reppert, dass man auswähle, welche Technologien, etwa AI, Blockchain und Drohnentechnik, was für das Geschäft tun können und welche damit einhergehenden Geschäftsmodelle einen Wettbewerbsvorteil sichern. „Ich sehe meine Services wie ein dreibeiniges Stativ. Erstens habe ich einen technischen Background, zweitens fokussiere ich mich darauf, wie man Innovation in das Geschäft einbringen kann. Drittens beobachte und berate ich beim Thema der notwendigen Veränderung der Beteiligten. Teil davon ist es, Führung an die digitale Ära anzupassen, Skaleneffekte zu erzielen und eine andere Art des Wachstumsmanagements zu etablieren.“

    Marktanteile seien heute keine Garantie mehr für Erfolg, da viele Disruptoren aus dem Nichts auftauchten und Unternehmen ein Gefühl dafür entwickeln müssten, was am Horizont aufscheine. Persönlich mag sie den Begriff Disruption nicht besonders, da er negative Aspekte wie Zerstörung suggeriere. Es gehe eher um einen cleveren Wandel, der die Qualifikationslücken schließe.

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    Dafür sei eines ihrer früheren Projekte in New York ein gutes Beispiel. Ein Software-Lieferant konnte die Lieferfristen nicht einhalten. Am Ende des Projekts reduzierte das Team die Zeit von bisher sechs auf zwei Monate. Der Trick war, die Teammitglieder aus ihrer Welt der Softwarepakete herauszunehmen und die Domain nicht Software, sondern Fahrzeuge in einer Just-in-time-Produktionslinie liefern zu lassen. Zu lösen war, wie man Aufträge für die Montagelinie bestellt, nachbestellt und umstrukturiert. Die Ergebnisse habe das Team dann in die Softwarelieferung zurückgeführt, indem es sich gemeinsam durch den Prozess der richtigen Lieferkette spielte und ein verbundenes Web des Denkens entwickelte.

    Daten entscheidend
    Auch in Hongkong beschreiten Unternehmen bereits den Pfad der digitalen Revolution. „Ich bewundere etwa Rosanna Wong für ihr Business und ihr öffentliches Engagement oder Allan Zeman, den Gestalter des Lan Kwai Fong Restaurantbezirks. Sie adaptieren Dinge, sind proaktiv und gestalten die Zukunft.“ Wie wichtig dies ist, vermittelt sie auch den künftigen Führungskräften des Hong Kong Polytechnic University Executive Programms für digitale Führung.

    Das Entwickeln und Nutzen der Technologie sowie die Datengewinnung sieht sie als wichtige Faktoren, um Hongkongs Vorteile im Rahmen der Belt and Road-Initiative und beim Zusammenwachsen der Guangdong-Hongkong-Macau Bay Area auszubauen. Interessanterweise ziehe eine Studie des deutschen Fraunhofer Instituts in diesem Umfeld eine Reindustrialisierung Hongkongs in Betracht. Dabei könnten hoch automatisierte Herstellprozesse entstehen, die arbeitsintensive Modelle ersetzen und Aspekte der industriellen Wertschöpfungskette nach Hongkong zurückbringen. „Für die Belt and Road-Initiative liegen die Vorteile Hongkongs im Fluss von Menschen, Gütern und Geld. In der Zukunft kommt noch der Datenfluss hinzu. Daten werden das neue Gold sein.“

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    auf dieser Content Plattform veröffentlicht am 9. Mai 2018 in der Rubrik Presse - News
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